Die Farbe Blau in der Kunst

Die Farbe Blau hat die Menschen schon lange fasziniert, auch weil sie lange Zeit nicht einfach herzustellen war. Im alten Ägypten war blau bleispielweise den Herrschern vorbehalten. In alten Pyramidenzeichnungen sieht man diese Farbe meistens nur in Verbindung mit Macht und Königen. Man verwendete Lapis-Lazuli-Steine für Ornamente und Schmuck, wenn man ein blaues Element hinzufügen wollte. In der Renaissance zerrieb man diese und gewann daraus die Ultramarin-Pigmente. Farben, die aus Pflanzen gewonnen wurden, konnten lange Zeit keinen Blauton erzeugen. In China hatte man für Porzellanmalereien das Kobaltblau verwendet. In Amerika wurde dann Indigo, das zuerst in der Textilherstellung verwendet wurde, gefunden.

Blau ist eine der Grundfarben und wird immer wieder von Künstlern als Stilmittel verwendet. Manche Künstler wie Yves Klein haben sogar fast ausschließlich Blau verwendet. Die Farbe gehört zudem zu den kalten Farben. Da es aber auch die Farbe des Himmels und des Meeres ist wird es immer wieder verwendet, wenn man Weite, Ferne oder Sehnsucht ausdrücken will. Ein Beispiel ist das Gemälde “Sternennacht” von Vincent van Gogh. Es zeigt den Blick aus dem Zimmer des Krankenhauses, in dem van Gogh eingewiesen war und gerade die tiefblauen Töne drücken die Sehnsucht, die er empfand, besonders aus: Sehnsucht nach einem normalen Leben, Sehnsucht nach einem anderen Leben. Van Gogh selbst hatte in einem Brief an seinen Bruder hervorgehoben, wie zufrieden er mit der Wahl des Blaus gewesen sei.

Die sprachliche Umsetzung von Blau ist übrigens kulturell unterschiedlich. So bedeutet “blue” im englischen auch Niedergeschlagenheit, was Einfluss auf die Wahrnehmung von Kunst im angelsächsischen Sprachraum hat. Im Gegensatz zum signalisierenden Rot ist Blau aber auch eine beruhigende Farbe, die gerade in den tiefblauen Tönen Geborgenheit vermitteln kann. Leonardo da Vinci hatte 1493 ein Werk mit dem Titel “Felsgrottenmadonna – 2. Version” geschaffen, dass das damals sehr teure Blau verwendete und dem Bild erst seine eindrucksvolle Erscheinung gab, indem er die Madonna in ein Tuch einhüllte und vor dem steinigen Hintergrund abhob.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *