Der Meister des Blaus

Wenn es einen Künstler gibt, den man mit der Farbe Blau in Verbindung bringen kann, dann ist das der französische Maler Yves Klein. Seine Werke sind in allen großen Museen der Welt zu finden und zeichnen sich dadurch aus, dass auf ihnen monochrome, blaue Flächen abgebildet werden.

Klein hatte 1956 begonnen mit monochromen Flächen in allen Farben zu experimentieren. Als die Besucher bei einer Ausstellung meinten, dass es sich bei den Flächen um eine Dekoration handle, entschied sich Klein, radikaler zu werden. Er konzentrierte sich fortan auf eine einzige Farbe: ein tiefes Blau.

Schon ein Jahr später präsentierte er 11 Werke in einer Ausstellung die alle nur die eine Farbe Blau benutzten. Er verwendete den Farbton Ultramarine, den er in Rhodopas auflöste. Der Vorteil war, dass das Pigment seinen Glanz behielt, den es sonst in anderen Lösungen wie Leinsamenöl verloren hätte. Er schuf damit einen Farbton, der an die mittelalterlichen Gemälde erinnerte, wie das Madonnenbild von da Vinci, in dem noch Lapis-Lazuli verwendet wurde.

Kleins blaue Bilder wurden so erfolgreich, dass sein Blau fortan “International Klein Blue” genannt wurde und Teil der allgemeinen Farbkarte wurde.

Der französische Künstler wurde auch beauftragt, die Wand des Opernhauses in Gelsenkirchen zu gestalten. Er wählte Wandgemälde aus, die allerdings ganz in Blau gehalten und lediglich durch Strukturen unterscheidbar gemacht wurden. Während Klein an seiner Farbmischung festhielt, versuchte er sich immer wieder in verschiedenen Methoden des Auftragens, indem er unterschiedlichen Pinsel oder Schwämme benutzte.

Er war aber nicht nur Maler sondern auch Performance-Künstler, der auch gerne an seine Grenzen ging und diese überschritt. Einmal räumte er eine Galerie für eine Ausstellung komplett leer, stellte einen leeren Schrank hinein und malte die Wände und alle anderen Oberflächen weiß an. Nur das Galeriefenster und die Vorhänge waren in Blau. Die über 3000 Kunstinteressierten, die kamen, gingen durch den Vorhang und sahen einen leeren, weißen Raum.

Später wurde Klein wegen solcher Aufführungen auch als Neo-Dadaist bezeichnet.

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