Das Konzept der Künstlergruppe

Immer wieder haben sich in der Geschichte Künstler zusammengetan, um gemeinsam zu arbeiten. Das geschah bei Schriftstellern, aber auch Malern und Bildhauern sowie später Performancekünstlern. Was aber bewegt den Künstler sein Atelier zu verlassen und sich mit anderen zusammenzuschließen?

Es gibt mehrere Faktoren. Zum einen können es schlicht Kostengründe sein – es ist billiger wenn man sich ein Atelier teilt. In den meisten Fällen ging es aber darum, dass man sich gegenseitig anregt und inspiriert. Die Nazarener in Rom und Wien waren eine Gruppe, die sich im 19. Jahrhundert zusammenschloss, um eine religiöse Kunst zu schaffen. Das Konzept der Künstlergruppe sieht vor, dass Künstler tatsächlich in einem Raum zusammenarbeiten, und dies für einen längeren Zeitraum tun. Die Bezeichnung wird aber auch oft für Gruppen verwendet, die einen bestimmten Stil prägen. So waren die Jungen Wilden zwar untereinander bekannt, bildeten aber keine homogene Gruppe. Auch die Dadaisten waren eher eine Kunstform als ein Zusammenschluss.

Die bekannteste und größte deutsche Künstlergruppe dürfte die Künstlerkolonie Worpswede sein. Sie wurde 1889 in Niedersachsen gegründet und zu einem wichtigen Ort von Künstlern des Expressionismus, des Impressionismus und des Jugendstils. Grund für die Einrichtung war gewesen, dass die Künstler der Stadt entfliehen wollten, dass sie die Nähe der Natur suchten, aber auch neue Lichteinfälle und Landschaften als Motiv haben wollten. Otto Modersohn und Fritz Overbeck waren die Mitbegründer und wohl bekanntesten Mitglieder der ersten Generation in Worpswede. Die zweite Generation bestand unter anderem aus dem Maler Jürgen Bertelsmann, Heinz Dodenhoff, Manfred Hausmann, Bernhard Huys, Robert Koepke, Otto Meier, dem Landschaftsarchitekten Leberecht Migge, und dem Graphiker Martin Paul Müller.

Heute ist Worpswede zwar keine Künstlerkolonie mehr, dafür aber ein Verbund von vier Museen, in denen regelmäßig Ausstellungen an die Arbeiten der über 20 Künstler erinnern, die damals aktiv gewesen sind. Auch in Salzgitter entstand nachd em zweiten Weltkrieg eine Künstlergruppe. Eines der bekanntesten Mitglieder war Bruno Zwietasch. Das Phänomen der Künstlergruppen hält sich also bis heute und war keine Modeerscheinung seiner Zeit.

Die deutsche Künstlergruppe mit dem meisten Einfluss war wohl Die Brücke, bestehend aus Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff.

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